Zehn Werke
Ein musikalisches Kunstprojekt

Zehn
Werke

Zehn Kunstwerke, die mir begegnet sind und geblieben sind. Zehn persönliche Geschichten. Zehn andere Arten, Fragen zu stellen. Zehn Songs.

Projekt entdecken
10
Das Vorhaben

Nicht: Was wollte der Künstler uns sagen?

Jedes Kapitel beginnt mit einer Erinnerung: Wo ist mir dieses Werk begegnet? Warum hat es sich festgesetzt? Und was hat es mit meinem eigenen Leben zu tun?

Danach wechseln wir die Richtung. Wir interpretieren nicht das Bild. Wir betreten es. Wir fragen, was kurz davor geschah, was außerhalb des Rahmens liegt und wie die Figur aussieht, wenn sie sich zu uns umdreht. Aus den Antworten entstehen Strophen. Aus jeder Strophe entsteht eine neue Variante des Originals.

Vom Werk zum Song
01

Begegnung

Die persönliche Geschichte: Ort, Zeit, Lebensphase und der Moment, in dem das Werk geblieben ist.

02

Andere Fragen

Nicht die Absicht des Künstlers suchen, sondern Türen in die unsichtbare Geschichte öffnen.

03

Antworten

Jede gefundene Antwort wird zu einer Szene, einer Haltung und schließlich zu einer Strophe.

04

Neue Bilder

Vier Strophen, vier Varianten. Das vertraute Werk beginnt, unsere eigene Geschichte zu erzählen.

Warum steht er dort? Wie kam er hinauf? Und was sehen wir, wenn er sich umdreht?

Das gedruckte Gegenstück

100 Seiten, aber kein starres Raster.

Das Booklet erhält einen festen Rhythmus und lässt jedem Werk trotzdem Raum. Nach 8 Seiten Auftakt folgen zehn Kapitel mit wechselnd 8 bis 10 Seiten; 4 Seiten schließen das Projekt ab.

  • Auftakt · Idee, Karte, Dramaturgie 8 Seiten
  • Persönliche Begegnung 1–2 je Werk
  • Werk & kurze Künstlerbiografie 2 je Werk
  • Fragen, Antworten & Songtext 2–3 je Werk
  • Bildvarianten & musikalischer Prozess 3 je Werk
  • Nachklang · Credits, Quellen, Ausblick 4 Seiten

Die zehn Werke

Die Kapitel wachsen mit dem Projekt. Werk 01 ist geöffnet; die nächsten neun warten auf ihre Geschichte.

01Der Wanderer über dem NebelmeerSong fertig · Kapitel im Entwurf
02Das zweite Werkfolgt
03Das dritte Werkfolgt
04Das vierte Werkfolgt
05Das fünfte Werkfolgt
06Das sechste Werkfolgt
07Das siebte Werkfolgt
08Das achte Werkfolgt
09Das neunte Werkfolgt
10Das zehnte Werkfolgt
Werk 01 / 10
Caspar David Friedrich
um 1817
Song: Auf meinem Weg
Vom Gipfel zum Weg

Der Wanderer über dem Nebelmeer

Eine Figur, ein Felsen, ein Ziel. Aber was, wenn der Gipfel gar nicht die Antwort ist?

Ein Wanderer folgt einem vorgegebenen steilen Weg; hinter ihm weisen andere Menschen nach oben
Variante 01 · Der vorgegebene Weg

Meine Begegnung

Dieses Bild begleitet mich, weil ich mich in seiner Rückenfigur wiedererkenne: im Blick nach vorn, im Aufstieg und in der Vorstellung, oben müsse sich alles erklären.

Der Song beginnt dort, wo ein Lebenslauf wie ein vorgezeichneter Bergpfad wirkt. Schule, Arbeit, Sicherheit, Ruhestand – Stationen, die Orientierung geben und zugleich verbergen können, wem der Weg eigentlich gehört. Auf dem Gipfel wartet deshalb keine Erlösung, sondern die erste eigene Frage.

Musikalischer Entwurf 01
Zwischen Meer und Ewigkeit · 2:30
Der Wanderer steigt einen Weg hinauf, während andere die Richtung vorgeben
Strophe 01 · Der vorgegebene Weg

Wer hat ihm gesagt, dass er dort hinauf muss?

Sie zeigten auf den höchsten Stein und sagten: Dort musst du einmal sein. Geh immer weiter, halte Schritt, die Zeit bleibt niemals stehen, sie nimmt dich mit.Mein Leben beginnt nicht erst am Ziel.

Der Wanderer steht allein auf einem Gipfel über einem Wolkenmeer
Strophe 02 · Und nun?

Was, wenn am Ziel keine Antwort wartet?

Nun steh ich überm Wolkenmeer, doch vor mir trifft mein Blick nur Leere. Ich habe alles mitgebracht, was angeblich glücklich macht.Am Ziel allein find ich mich nicht.

Der Wanderer geht gemeinsam mit anderen Menschen einen neuen Weg
Strophe 03 · Der andere Weg

Wem begegnet er, wenn er wieder hinabsteigt?

Da gingen Menschen neben mir, manche nur kurz, manche bis hier. Sie fragten nicht nach meinem Stand, sie reichten mir die offene Hand.Was mich erfüllt, entsteht im Gehen.

Der Wanderer steht nicht mehr allein auf dem Felsen; hinter ihm führt der Weg weiter
Strophe 04 · Derselbe Gipfel

Sieht derselbe Ort anders aus, wenn man anders ankommt?

Nun steh ich wieder auf dem Stein und diesmal bin ich nicht allein. Das Nebelmeer blieb, wie es war, nur seh ich meinen Weg nun klar.Ich bin ja längst angekommen, wenn ich nur gehe.

1774
—1840
Kurze Biografie

Caspar David Friedrich

Friedrich wurde 1774 in Greifswald geboren und studierte ab 1794 an der Kunstakademie in Kopenhagen. 1798 ließ er sich in Dresden nieder. Seine Landschaften sind keine bloßen Abbilder bestimmter Orte: Er verband genaue Naturstudien zu verdichteten Bildräumen, in denen der Mensch der Größe, Schönheit und Ungewissheit der Natur gegenübersteht.

Der „Wanderer über dem Nebelmeer“ entstand um 1817, ist in Öl auf Leinwand gemalt und misst 94,8 × 74,8 cm. Seit 1970 gehört das Werk zur Sammlung der Hamburger Kunsthalle.