Tutanchamun
Was von dir blieb, fand schweigend zu mir.

Meine Begegnung
Wir hatten die Pyramiden und die Sphinx gesehen. Nun sollten wir entscheiden, ob wir die kurze oder die lange Tour durch das Nationalmuseum nehmen wollten. Wir entschieden uns für die Grabbeigaben Tutanchamuns.
Schon beim ersten Anblick war ich überaus beeindruckt. Diese filigran gefertigten Teile aus Gold wirkten auf mich in ihrer Komplexität und Größe einzigartig. Ich staunte darüber, wie fein und aufwendig sie gearbeitet waren.
Besonders die Streitwagen zeigten mir, wozu Menschen schon vor sehr langer Zeit fähig waren. Beim Betrachten fragte ich mich, ob wir heute überhaupt noch das handwerkliche Können hätten, so etwas auf diese Weise zu fertigen.
Aus dem Staunen entsteht eine Frage: Welche Gedanken sind mit diesen Menschen verschwunden – und welche tauchen in mir wieder auf?
Später wird aus der Erinnerung ein Gedanke an das eigene Lied. Vielleicht bleibt eine Melodie, auch wenn ihr Anfang und der Name dessen, der sie geschaffen hat, längst vergessen sind.
Spuren von Händen
Die vorhandenen Museumsfotos zeigen Wagen, Räder, vergoldete Flächen und die Maske. Der Blick geht vom ganzen Raum zu einzelnen Formen und Details.
Im Lied stehen diese Dinge für eine Verbindung zwischen Menschen, deren Welten weit auseinanderliegen. Was einst geschaffen wurde, erreicht einen anderen Blick.
Wie weit reicht ein Ton?
Die Strophen erzählen nah und rhythmisch von der Begegnung. Im gesungenen Refrain berühren sich verschwundene Welten für einen Moment.
Die Bridge führt vom Museumsbesuch zum eigenen Schaffen: Vielleicht bleibt ein Lied, vielleicht nur ein Ton. Der letzte Refrain richtet die Frage nach dem Bleiben auf die eigenen Spuren.
Tutanchamun
Der vollständige Liedtext zum Mitlesen: zwischen einer Begegnung hinter Glas und der Frage, was von uns bleibt.
Strophe 01
Wir hatten vorher schon den Himmel aus Stein gesehen, Zu viele Geschichten, um jetzt noch weiterzugehen, den Wächter im Sand, vom Wind umweht. zu viel von der Zeit, die vorübergeht.
Wir nahmen den kurzen Weg noch hinein, ein letzter Raum, dann sollte es reichen. Doch hinter dem Glas trat ein Schweigen ein – und dann begann die Zeit zu weichen.
Strophe 02
Da standen Dinge, als warteten sie, Gold auf Gold und Spuren von Händen. So groß und so fein – das sah ich vorher noch nie, ich frag mich, wie kann man so etwas vollenden.
Ein Rad, viel zu leicht für die Last dieser Zeit, eine Linie, gezogen für Gedanken. geschaffen im Glauben an Ewigkeit, doch überwinden sie alle Schranken.
Refrain
Was von dir blieb, fand schweigend zu mir, durch eine Zeit, die uns beide nicht kennt. Zwischen uns liegen verschwundene Welten – Doch jetzt berühren sie sich im Moment.
Du wusstest nicht, dass nach so vielen Jahren jemand dort steht in einer anderen Welt. Zwischen Vergessen und Ewigkeit hast du etwas vor meine Augen gestellt.
Strophe 03
Was hast du gehofft, was hast du verloren? Woran hast du geglaubt, was nahmst du in Kauf? Welche Gedanken sind mit dir verschwunden, und welche tauchen in mir wieder auf?
Dann verstummten die Hände, dein Name verweht, während alles um dich mit den Zeiten vergeht. Doch etwas blieb schweigend, als alles verschwand, bis es den Weg zu mir fand.
Kurzer Refrain
Was von dir blieb, fand schweigend zu mir, durch eine Zeit, die uns beide nicht kennt. Zwischen uns liegen verschwundene Welten – doch jetzt berühren sie sich im Moment.
Bridge
Der Augenblick blieb, als wir längst weiter waren, zunächst nur ein Bild, das sich irgendwo hielt. Erst später begann sich ein Gedanke zu formen: Wie weit reicht ein Ton, wenn ihn niemand mehr spielt?
Vielleicht bleibt ein Lied, das noch irgendwer hört, vielleicht nur ein Ton, der die Jahre durchdringt. Vielleicht ist die Spur seines Anfangs zerstört, wenn die Melodie irgendwo weiter erklingt.
Finaler Refrain
Du wusstest nicht, dass nach so vielen Jahren jemand dort steht in einer anderen Welt. Zwischen Vergessen und Ewigkeit hast du etwas vor meine Augen gestellt.
Vielleicht hat die Zeit meine Spuren zerrieben, vielleicht ist mein Name schon lange verhallt. Doch vielleicht ist dann etwas von mir noch geblieben, bis einst der Name eines anderen erschallt.
Vier Blicke hinter Glas
Vorhandene Fotografien aus dem Museumsbesuch.

Der letzte Raum
Da standen Dinge, als warteten sie,

Ein Rad und die Zeit
Ein Rad, viel zu leicht für die Last dieser Zeit,

Gold auf Gold
Gold auf Gold und Spuren von Händen.

Die Begegnung
Was von dir blieb, fand schweigend zu mir,